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Für die Klinik-IT, warum können Patientendaten nicht importiert werden?

Die Meldung ist ein Sammelsymptom mit mehreren Ursachen – grenzen Sie Gateway, Dienst und Netzwerk der Reihe nach ein.

Verfasst von Carolina Castillo Werna

Für wen ist dieser Artikel relevant?

Dieser Artikel richtet sich an die Klinik-IT und an technische Verantwortliche für die KIS-Anbindung an Recare.

Die beschriebenen Schritte setzen Zugriff auf die Gateway-VM, auf DNS, Proxy und Firewall sowie auf die Client-Konfiguration voraus. Für den Sozialdienst sind sie nur bedingt durchführbar.

Notiz: Wenn Sie im Sozialdienst arbeiten und nur einzelne Fälle nicht importieren können, beginnen Sie mit dem Artikel Warum können Patientendaten nicht importiert werden? Dort ist der häufigste Fall aus Anwendersicht beschrieben: ein Fall, der länger nicht im KIS aktualisiert wurde.


Symptom

In der Recare Anwendung erscheint eine Meldung wie:

"Die Patientendaten konnten nicht importiert werden. Bitte geben Sie die Krankenhausfallnummer erneut an oder kontaktieren Sie Recare."

Betroffen sein können einzelne Fallnummern oder alle Fälle.

Wichtig: Diese Meldung ist ein Sammelsymptom und kein einzelnes Fehlerbild. Sie kann mindestens sechs verschiedene Ursachen haben. Grenzen Sie das Problem deshalb zuerst ein, bevor Sie in die Detailanalyse gehen.


Schritt 1: Grundstatus und Umfang eingrenzen

  1. Prüfen Sie in der Plattform, ob oben rechts der grüne Haken Verbindung zum Gateway besteht angezeigt wird.

  2. Stellen Sie folgende Unterlagen zusammen: das lokale Gateway-Log C:\Recare\recare.log, einen Screenshot der Meldung mit genauem Fehlertext und Fehlercode sowie den Link zum betroffenen Fall in Recare.

  3. Grenzen Sie den Umfang ein: Sind alle Fälle oder nur einzelne Fallnummern betroffen, und wie alt ist der betroffene Fall?

  4. Notieren Sie den Fehlercode, zum Beispiel 404 „Patient nicht gefunden“ oder 500.

So werten Sie das Ergebnis aus:

  • Der Haken fehlt oder es wird „Disconnected“ angezeigt: Behandeln Sie das nicht als Importproblem, sondern arbeiten Sie die Verbindungsdiagnose in Ursache 1 ab.

  • Es kommen überhaupt keine Nachrichten mehr an: Prüfen Sie Ursache 2 und Ursache 3. Dann handelt es sich um einen Gateway-Ausfall oder um ein Problem beim ADT-Empfang und nicht um den Import.

  • Nur einzelne Fallnummern sind betroffen und der Fall ist älter als zwei Wochen: Meist greift die Vorhaltedauer auf dem Gateway. Den Ablauf aus Anwendersicht beschreibt der Artikel Warum können Patientendaten nicht importiert werden?

  • Genau eine Fallnummer ist betroffen, obwohl ADT-Nachrichten dazu im Log stehen, das Fallnummern-Format oder die Mandanten- und Standortzuordnung ist verdächtig, oder der Import bricht mit Fehler 500 ab: Das sind eigene Fehlerbilder. Wenden Sie sich mit den gesammelten Unterlagen an den Recare Kundenservice.


Wann es kein Importproblem ist

  • Der Fall wird importiert und es fehlen nur einzelne Felder wie Krankenkasse, Diagnosen, Hausarzt, Größe, Gewicht oder Geschlecht. Dann geht es um das jeweilige Feld und nicht um den Import.

  • Das Problem betrifft ausschließlich den Dokumentversand ins KIS.

Notiz: Eine Ausnahme ist die Logmeldung "MDM: patient cannot be Nil". Sie ist ein Symptom der Vorhaltedauer und wird wie ein Vorhaltedauer-Fall behandelt.


Ursache 1: Der Client erreicht das lokale Gateway nicht

Sehr häufig liegt gar kein Datenproblem vor: Der Client erreicht das lokale Gateway nicht.

Typische Auslöser:

  • Die Connectors-Domain löst auf dem Client nicht auf, zum Beispiel wegen DNS, Proxy oder Firewall.

  • Der Client ist nicht im Krankenhausnetzwerk oder hängt im falschen VLAN oder im Gastnetz.

  • Der Browser blockiert den Zugriff auf lokale Geräte beziehungsweise auf das lokale Netzwerk.

Daran erkennen Sie diese Ursache:

  • Der Haken Verbindung zum Gateway besteht fehlt oder es wird Disconnected angezeigt.

  • Der Pingtest liefert kein „pong“.

  • Die App meldet, das KIS sei nicht erreichbar.

Wichtig: Das Gateway läuft in diesem Fall in der Regel weiter und empfängt auch ADT-Nachrichten. Nur die Weboberfläche kann die Daten nicht abrufen. Die Meldung, das KIS sei nicht erreichbar, ist deshalb irreführend.

Pingtest vom betroffenen Client durchführen

Rufen Sie die Connectors-Domain Ihres Hauses mit dem Zusatz /ping im Browser auf: https://connectorsdomain/ping. Die Seite muss „pong“ liefern.

connectorsdomain steht dabei für die Connectors-Domain, die für Ihr Haus eingerichtet ist. Diese Domain muss im lokalen DNS hinterlegt sein und auf die Gateway-VM auflösen.

Führen Sie den Test vom betroffenen Client beziehungsweise Standort aus durch, nicht nur vom IT-Arbeitsplatz.

Wichtig: Das auf der VM mitgelieferte Skript pingtest.bat prüft lediglich, ob api.recaresolutions.com von der VM aus erreichbar ist. Über die Verbindung zwischen Client und Gateway sagt es nichts aus.

Wenn kein „pong“ zurückkommt

  1. Prüfen Sie die lokale DNS-Richtlinie: Die Connectors-Domain muss auf die Gateway-VM auflösen.

  2. Richten Sie, falls vorhanden eine Proxy-Ausnahme für connectors.recaresolutions.io ein.

  3. Geben Sie Port 443 auf der VM und in der Firewall frei.

Client-Freigaben und Browser-Einstellungen prüfen

Arbeiten Sie die Client-Freigaben anhand der technischen Dokumentation ab: https://his-integrations.docs.recaresolutions.com/#/ClientNetzwerkfreigaben. Die Dokumentation ist passwortgeschützt. Das Passwort wurde Ihnen im Rahmen der Integration mitgeteilt. Falls es nicht vorliegt, erfragen Sie es beim Recare Kundenservice.

Besonders relevant ist der Abschnitt Zugriff auf lokales Netzwerk (Gateway): Die Browser-Abfrage für den Zugriff auf lokale Geräte wird von Anwendenden häufig abgelehnt. Diese Blockade lässt sich ausschließlich lokal im Browser aufheben. Die Schritte je Browser beschreibt der Artikel Warum sehe ich die Meldung „Recare kann aktuell keine Verbindung zum Gateway herstellen“?

Werten Sie anschließend die Ergebnisse der Tests innerhalb der Gateway-Verwaltung aus.

Wenn nur einzelne Benutzende betroffen sind

Funktioniert derselbe Rechnertyp am gleichen Standort für eine Person, für eine andere aber nicht, sind die Recare-Rollen in der Regel nicht die Ursache: Sie sind für beide Benutzenden identisch.

Lassen Sie stattdessen prüfen, ob benutzerspezifische Netzwerk- oder Proxy-Einstellungen oder Gruppenrichtlinien (GPO) greifen, die nicht maschinenspezifisch gesetzt sind.

Gegenprobe am Client

  • Prüfen Sie, ob das Problem auch in anderen Browsern, an anderen Rechnern und bei Kolleginnen und Kollegen auftritt.

  • Prüfen Sie in den Entwicklertools des Browsers, ob Ressourcen geblockt werden, zum Beispiel durch die Firewall.

  • Testen Sie die Seald-Erreichbarkeit über https://app.recaresolutions.com/diagnostic.

Wichtig: Der Client muss sich zwingend im Krankenhausnetzwerk befinden, damit Daten importiert werden können.


Ursache 2: Der Recare-Dienst auf der Gateway-VM läuft nicht

Wenn der Recare-Dienst auf der Gateway-VM oder der Docker-Container gestoppt ist, kommen überhaupt keine Nachrichten mehr an. Nach einem Serverneustart startet er nicht immer automatisch wieder.

  1. Öffnen Sie die Windows-Suche und rufen Sie Dienste auf.

  2. Suchen Sie den Eintrag Recare.

  3. Der Status muss wird ausgeführt lauten. Andernfalls starten Sie den Dienst oder starten ihn neu.

  4. Bei einer Docker-Installation prüfen Sie zusätzlich den Status des Containers und starten ihn bei Bedarf.

  5. Prüfen Sie anschließend in Recare, ob der Import wieder funktioniert.


Ursache 3: Die Gateway-Version ist veraltet

Ein veraltetes Gateway kommuniziert unter Umständen nicht mehr mit dem Recare-Backend. Erkennbar ist das daran, dass keine Logs mehr ankommen und kein Monitoring vorhanden ist. In der Praxis lagen betroffene Installationen mehrere Versionen zurück.

  1. Klären Sie, welche Gateway-Version aktuell installiert ist. Die Version können Sie im Gateway-Badge ablesen.

  2. Führen Sie das Update in der dokumentierten Reihenfolge durch. Die Schritte je Installationsart beschreibt der Artikel Wie aktualisiere ich das Recare Gateway?

  3. Starten Sie anschließend die Schnittstelle beziehungsweise den Recare-Dienst neu.

  4. Prüfen Sie danach einen neu übertragenen Fall und stoßen Sie den Import in der Weboberfläche erneut an.

Notiz: Ein Update lohnt sich auch dann, wenn die Version nicht die eigentliche Ursache ist: Damit ist diese Fehlerquelle ausgeschlossen. Zusätzlich wurde das Logging in neueren Versionen ausgebaut, dadurch lässt sich die Ursache leichter eingrenzen.


Weitere Ursachen, die Recare prüft

Bleiben Gateway, Dienst und Netzwerk unauffällig, können weitere Ursachen vorliegen, die Recare prüft:

  • Vorhaltedauer oder Löschung des Falls auf dem Gateway

  • eine Nachricht, die nie am Gateway angekommen ist

  • das Format der Fallnummer

  • die Mandanten- und Standortzuordnung

  • Lücken im Mapping

  • fehlende oder unvollständige FHIR-Ressourcen

Wenden Sie sich in diesen Fällen mit den gesammelten Unterlagen an den Recare Kundenservice.


Diese Angaben benötigt der Recare Kundenservice

  • das lokale Gateway-Log C:\Recare\recare.log

  • aussagekräftige Screenshots des Browserinhalts und der Meldung mit genauem Fehlertext und Fehlercode

  • den Link zum betroffenen Fall in Recare

  • Information, ob alle Fälle oder nur einzelne Fallnummern betroffen sind, und wie alt der Fall ist

  • Status des Hakens Verbindung zum Gateway besteht

  • Status des Recare-Dienstes auf der Gateway-VM beziehungsweise des Docker-Containers

  • die installierte Gateway-Version

  • das Ergebnis des Pingtests der Connectors-Domain vom betroffenen Client aus

  • Information, ob sich der Client im Krankenhausnetzwerk befindet

  • Information, ob das Problem auch in anderen Browsern, an anderen Rechnern oder bei Kolleginnen und Kollegen auftritt

  • Information, ob benutzerspezifische Gruppenrichtlinien (GPO) oder Proxy-Einstellungen greifen


FAQs

Bedeutet die Meldung, dass das Gateway ausgefallen ist?

Nein, die Meldung bedeutet nicht automatisch, dass das Gateway ausgefallen ist. Sehr häufig erreicht nur der Client das Gateway nicht. Das Gateway läuft dann weiter und empfängt auch ADT-Nachrichten, die Weboberfläche kann die Daten aber nicht abrufen.

Was prüft das Skript pingtest.bat?

Das Skript pingtest.bat prüft lediglich, ob api.recaresolutions.com von der VM aus erreichbar ist. Über die Verbindung zwischen Client und Gateway sagt es nichts aus. Nutzen Sie dafür den Pingtest der Connectors-Domain vom betroffenen Client aus.

Was ist zu prüfen, wenn der Pingtest kein „pong“ liefert?

Wenn der Pingtest kein „pong“ liefert, prüfen Sie die lokale DNS-Richtlinie, richten eine Proxy-Ausnahme für connectors.recaresolutions.io ein und geben Port 443 auf der VM und in der Firewall frei.

Warum funktioniert der Import für eine Person, für eine andere am gleichen Standort aber nicht?

Wenn der Import für eine Person funktioniert und für eine andere nicht, liegen meist benutzerspezifische Netzwerk- oder Proxy-Einstellungen oder Gruppenrichtlinien (GPO) vor, die nicht maschinenspezifisch greifen. Die Recare-Rollen sind in diesen Fällen identisch.

Muss sich der Client im Krankenhausnetzwerk befinden?

Ja, der Client muss sich zwingend im Krankenhausnetzwerk befinden, damit Daten importiert werden können.

Was ist zu prüfen, wenn nach einem Serverneustart keine Nachrichten mehr ankommen?

Wenn nach einem Serverneustart keine Nachrichten mehr ankommen, prüfen Sie, ob der Recare-Dienst auf der Gateway-VM ausgeführt wird beziehungsweise ob der Docker-Container gestartet ist. Er startet nach einem Serverneustart nicht immer automatisch.

Hilft ein Gateway-Update, auch wenn die Version nicht die Ursache ist?

Ja, ein Gateway-Update hilft auch dann, wenn die Version nicht die Ursache ist, weil damit diese Fehlerquelle ausgeschlossen ist. Zusätzlich wurde das Logging in neueren Versionen ausgebaut, dadurch lässt sich die Ursache leichter eingrenzen.

Wann handelt es sich nicht um ein Importproblem?

Es handelt sich nicht um ein Importproblem, wenn der Fall importiert wird und nur einzelne Felder fehlen oder wenn ausschließlich der Dokumentversand ins KIS betroffen ist. Eine Ausnahme ist die Logmeldung "MDM: patient cannot be Nil", die als Symptom der Vorhaltedauer behandelt wird.

Welche Angaben benötigt der Recare Kundenservice?

Der Recare Kundenservice benötigt das lokale Gateway-Log, Screenshots mit genauem Fehlertext und Fehlercode, den Link zum betroffenen Fall, den Umfang und das Alter der betroffenen Fälle, den Status des Gateway-Hakens und des Recare-Dienstes, die installierte Gateway-Version, das Ergebnis des Pingtests vom betroffenen Client sowie Angaben zur Netzlage und zu benutzerspezifischen Einstellungen.

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